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Tibetischer Kalender 2012

LOSAR - Tibetisches Neujahr


22.02
.2012
Beginn des
Wasser-Drachen- Jahres 2139

Bitte beachten Sie die geänderten Shop-öffnungszeiten zu Losar.

Video:
Tibetische Losar-Trachten

Rückblick:
Am 5.03.2011 begann das
Eisen-Hase Jahr 2138

 

Allgemeines:
der Tibetische Kalender richtet sich nach dem Mondkalender (im Gegensatz zum Sonnenkalender, den wir verwenden).
Deshalb verschieben sich die Tibetischen Feiertage jedes Jahr um ein paar Tage oder Wochen. (Ausnahme: Geburts- und Jahrestage)

  Losar ist das Tibetische Neujahrsfest und das wichtigste sakrale Fest in Tibet (lo = Jahr, sar = neu).

Losar findet im Februar oder März statt, der genaue Termin richtet sich nach dem Mondkalender.
Die Jahre werden benannt nach den fünf Elementen (Gold, Holz, Wasser, Feuer und Erde) und nach den 12 Tierkreiszeichen (Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Huhn, Hund und Schwein). Jedes Jahr wird nach einem Element-Tierkreiszeichenpaar benannt.
Es dauert also 60 Jahre, bis alle Paare durchlaufen sind. Dann beginnt der Paare-Zyklus von Neuem.

Heuer beginnt zu Losar 2012 (in der Neumondnacht vom 21.02. auf den 22.02.2012) das Tibetische Wasser-Drachen Jahr 2139. Details zu österreichischen Losarveranstaltungen gibt es [hier].

Der Tibetische Kalender ist zwar dem Chinesischen Kalender ähnlich, zeitlich gibt es jedoch Unterschiede, da der Tibetische Kalender eine eigene kulturelle Entwicklung ist und andere Wurzeln hat.

In der Vor-Buddhistischen Zeit, als in Tibet noch die schamanistische Bön-Religion verbreitet war, wurde Losar als Winterfest gefeiert. Mit Rauch-Zeremonien wurden damals die lokalen Schutz-Gottheiten geehrt und die bösen Geister beschwichtigt.
Aus diesem Fest entwickelte sich mit der Zeit das LOSAR, welches wir heute kennen.

Guthuk (tibetisch: 29), also 2 Tage vor Losar stehen im Zeichen der Vorbereitungen auf das Losar-Fest. Die Mönche schmücken die Klöster und führen besondere Rituale durch. In den Häuser wird eine Guthuk-Thukpa, eine Suppe - die gefüllten Teigkugeln (tibetisch: Baktoe) enthält - gekocht. Diese Teigkugeln können einen von 9 verschiedenen Bestandteilen,  wie z.B. scharfen Paprika (tibetisch Sibee), Salz (tibetisch Tsa), Wolle oder Baumwoll-Stoff, Kohle, Holz, tibetischen Hartkäse (tibetisch Dschura) usw. enthalten. Diese Suppe wird an die Hausbewohner verabreicht. Abhängig davon welche Bestandteile man in den Teigkugeln findet, wird daraus die Zukunft und der Charakter abgeleitet:
Wenn man eine Teigkugel mit scharfen Paprika findet, so bedeutet es z.B. dass man eine scharfe Zunge hat,
Holz hat je nach Größe verschiedene Bedeutungen (langes Holz = langes Leben, kurzes Holz = Bettler),
heller weicher Stoff oder langer Wollfaden soll auf einen ausgeglichenen Charakter hindeuten, dunkler Stoff oder kurzer Wollfaden auf wechselhaften Charakter,
Kohle bedeutet ein schwarzes Herz,
Salz (tibetisch Tsa) bedeutet fauler Charakter,
Tibetischen Käse (tibetisch Dschura) "bekommt" jemand, den man nicht riechen kann. Diese Tradition spielt sich ziemlich lustig ab und hat einen einen höheren Spaßfaktor als hierzulande das Bleigießen.

Vor Losar muss man sich besonders gründlich waschen: am vorletzten Tag des alten Jahres die Männer und am letzten Tag die Frauen.

Das Tibetische Neujahrsfest dauert (offiziell) drei Tage:
Am ersten Tag (Lama Losar) feiern die Tibeter/innen üblicherweise nur im engeren Familienkreis mit Gebeten und/oder besinnlichem Zusammensein. Der Name Lama Losar kommt daher, dass dieser Tag in den Klöstern mit religiösen Zeremonien begangen wurde und in den tibetischen Klöstern ausserhalb von Tibet heute auch noch so begangen wird. Für diesen Zweck werden in den Vorwochen in den Klöstern wunderschöne Dekorationen und Statuen aus Butter hergestellt, die man danach noch eine zeitlang bewundern konnte.
Der zweite Tag (Gyalpo Losar) steht auch noch im Zeichen der Religion. Allerdings stehen ab diesem Tag die Klöster und vor allem die Tempel wieder der Allgemeinheit offen, die vom Volk gerne besucht wurden. Die Gebetsfahnen an heiligen Plätzen werden wieder erneuert.  Im alten Tibet gab S.H. der Dalai Lama einen Neujahrsempfang für die Repräsentanten der Nachbarstaaten China, Indien, Nepal, Buthan und Mongolei.
Am dritten Tag beginnen alle (auch die Mönche) mit dem Feiern, es werden Freunde und Verwandte besucht. Die Tibeter im Exil laden sich in den folgenden ein- bis zwei Wochen (vor allem am Abend) gegenseitig zu kleinen Parties ein, wo gemeinsam gekocht, gesungen und gespielt wird. In den Tibetischen Flüchtlingscamps im Himalayaraum gibt es tibetische Opern unter freien Himmel, die mehrere Tage dauern können. Aber auch neuzeitliche Einflüsse wie die unvermeidliche "Disco" oder Tombola, die meist einem wohltätigen Zweck dienen, tun der Tradition keinen Abbruch, sondern halten sie lebendig.

Das traditionelle Fest der Tibeter ist immer mit viel Vorarbeit verbunden: es werden neue Gebetsfahnen bedruckt und genäht, die Häuser und Wohnungen werden frisch gestrichen, die klassischen tibetischen Glücksbringer sind die acht tibetischen Glückssymbole, die man früher vor Losar frisch auf die Zimmerwand gemalt hat, heute üblich ist das Aufhängen von Wanddekorationen mit den 8 tibetischen Glücksymbolen.
Auch die kulinarischen Leckereien nehmen viel Zeit in Anspruch. Dazu gehören Bödscha (Tibetischer Buttertee), Khabse (Tibetisches Knabbergebäck, ähnlich den weststeirischen "Strauben" ohne Germ) und Tschang (tibetisches Gerstenbier, ähnlich dem österreichischen "Sturm" (frisch vergorener noch trüber Wein im Herbst)).

 

 

8. März 2011

Feier des Großen Gebetes 'Monlam Chempo'

 

Die Monlam - Feier ist das größte religiöse Ereignis des Jahres in Tibet. Sie geht auf eine 1409 von Tsongkhapa aus der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus begründete Tradition zurück und wird vom 3. bis zum 17. Tag des ersten Monats begangen (dauert also 15 Tage). In der tibetischen Hauptstadt Lhasa versammeln sich Mönche aus den Klöstern Drepung, Sera und Ganden mit zahlreichen Pilgern vor dem Buddha Shakymuni-Bildnis im Jokhang Tempel. Früher wurden hier auch die Abschluß-Examen für den Geshe-Titel (den höchsten Gelehrten-Grad für einen Mönch im tibetischen Buddhismus) abgehalten.
Höhepunkt ist die Zeremonie des "Sonnens des Buddha", bei der ein riesiges (20x30m) Thangka (religiöses Rollbild) mit einer Buddha-Darstellung am Hang eines Hügels im Morgengrauen entrollt wird. Dieses Fest wird auch in den Klöstern Labrang und Rongwo Chönchen im alttibetischen Landesteil Amdo begangen.
 

19. März 2011

Butterlampen-Fest 'Choe-nga Choepa'

 

Nach dem tibetischen Mond-Kalender fällt dieses Fest auf dem 15. Tag des ersten Monats, also den letzten Tag des Grossen Gebetsfestes (Monlam). Es ist der letzte Höhepunkt des Tibetischen Neujahrsfestes. Zur Feier des Abschlusses des Grossen Gebetsfestes gehen die Gläubigen am Tag mit Räucherstäbchen zu den Klöstern, um zu beten. Gegen Abend stellen sie auf beiden Seiten der Strassen aus Butter geformte Blumen und Vögel sowie Buddha-Figuren auf und zünden Butterlampen an. Man tanzt und singt nach Herzenslust bis Mitternacht.
 

Tibet Gedenktag

10. März Gedenktag - Tibet Uprising Day


10.März

Tibet-Gedenktag

 

 

Am Samstag dem 10. März ist der Jahrestag des Beginns der tibetischen Volkserhebung, die im Jahre 1959 von den chinesischen Besatzungstruppen blutig niedergeschlagen wurde.
Tausende Tibeter/innen, die sich vor dem Wohnsitz des Dalai Lama versammelt hatten, um ihn vor dem Zugriff der chinesischen Armee zu schützen, wurden getötet. In den Wirren dieser Nacht gelang dem religiösen und weltlichen Oberhaupt Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama die Flucht aus der tibetischen Hauptstadt Lhasa.
Nach nach einer mehrwöchigen abenteuerlichen Flucht durch Tibet gelang es dem Dalai Lama, die indische Grenze zu erreichen. Seither lebt das Oberhaupt der Tibeter im indischen Exil, das vom damaligen Staatschef Nehru ermöglicht wurde. Bis zum heutigen Tag müssen Tibeter/innen ihr Heimatland verlassen, weil sie verfolgt werden.
Im Gedenken an diese unglückseligen Tage führen die Tibeter/innen in allen Hauptstädten der freien Welt Veranstaltungen durch, um Chinas KP-Führung und die "Freie Welt" an die bedrückenden Lebensumstände der Tibeter/innen zu erinnern.

Dazu empfehlen wir die lesenswerten Artikel von Franz Alt in der Wiener Zeitung und von Hubert von Goisern .

Video vom "Tibet Channel, Kanada" (in Deutsch)

Dramatische Tibet-Kundgebung im März 2008 in Wien: Video1, Video2

Berichte in den Tageszeitungen Kurier und Kronen Zeitung vom 11.März 2010

Seit Jahren weht am 10.März die Tibetische Fahne an Rathäusern in der ganzen Welt, um die Solidarität mit dem Tibetischen Volk zu bekunden.
In ca. 200 Gemeinden in österreich hat am 10.März 2011 an Rathäusern bzw. Amtsgebäuden die Tibetische Fahne geweht. Liste der teilnehmenden Gemeinden...

In Deutschland waren es heuer 1150 teilnehmende Gemeinden.

 


Tibetische Fahne

weht an 200 Rathäusern in österreich

25. April

Geburtstag von S.H. dem XI. Panchen Lama

 

Gedhun Choekyi Nyima wurde am 25. April 1989 (am 19. Tag des dritten Mond-Monats im Erd-Schlangenjahr nach dem tibetischen Kalender) im Distrikt Lhari, Präfektur Nagchu, TAR, als Sohn von Konchok Phuntsok und Dechen Chodon geboren. Am 14. Mai 1995 gab S.H. der 14. Dalai Lama seine Anerkennung von Gedhun Choekyi Nyima als der 11. Reinkarnation des Panchen Lama bekannt. Drei Tage nach dieser Ankündigung verschwanden Gedhun Choekyi Nyima und seine Familie. Über ihren Aufenthaltsort und ihr Befinden weiß die Welt bis heute nichts.
Die Regierung der VR China setzte im November 1995 einen anderen Knaben, Gyaltsen Norbu, als XI. Panchen Lama ein. Er wurde im Dezember 1995 inthronisiert.
Am 14. Mai 1995 erkannte der Dalai Lama gemäß dem komplizierten System der Suche nach der Wiedergeburt hoher geistlicher Würdenträger der buddhistischen Tradition Gedhun Choekyi Nyima als XI. Reinkarnation des Panchen Lama an. Die Behörden in Peking wiesen die Ernennung zurück und gaben am 24. Mai 1995 nach einer dreitägigen, eiligst einberufenen Sitzung der „Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes“ eine Erklärung ab, in der sie die Proklamation des Dalai Lama als „illegal und ungültig“ bezeichneten. Chinas Erwiderung auf die vom Dalai Lama getroffene Wahl des Panchen Lama bestand darin, die Legitimität von Gedhun Choekyi Nyima zu bestreiten und ein anderes Kind als die echte Inkarnation zu proklamieren – ein beispielloser und bizarrer Akt eines offiziell atheistischen Regimes.
Ungeachtet der Nachfragen der verschiedensten Organisationen auf der ganzen Welt, besorgter Regierungen und Nichtregierungsorganisationen hat sich die Regierung der VR China bisher geweigert, irgendwelche verifizierbaren Informationen zum Schicksal von Gedhun Choekyi Nyima vorzulegen, noch hat sie den Besuch unabhängiger Beobachter bei dem Jungen und seinen Eltern gestattet, um sich deren Gesundheit und Wohlbefindens zu vergewissern. [Fortsetzung]

15. Juni 2011

SAGA DAWA

 

 


Saga dawa (tib.: "vierter Monat") ist einer der vier höchsten Feiertage im tibetischen Kalender. Er ist mit der Biographie des (historischen) Buddha Shakyamuni verknüpft, weil an diesem Tag die Geburt, seine Erleuchtung und sein Eingang ins Nirvana gefeiert wird:

  • Am Vollmondtag, dem 15. des vierten tibetischen Mond-Monats, wird traditionellerweise die Geburt des Buddha in Lumbini, im heutigen Nepal, gefeiert.

  • Gleichzeitig ist es der Tag, an dem Buddha nach seiner asketischen Wanderschaft durch Nordindien in Bodhgaya im heutigen Bihar/Indien durch die Praxis der Meditation Erleuchtung unter dem Bodhibaum erlangte.

  • Schließlich ist es auch der Jahrestag seines Eingangs ins Pari-Nirvana, seiner letztendlichen Befreiung aus dem Daseinskreislauf, in Kusinagari, einem kleinen Ort im Norden Indiens.

Am Fuße des heiligen Berges Kailash wurde dieser Tag von den Pilgern auf besondere Weise begangen:  Beim Saga Dawa wird der Tarboche, ein 10 m hoher Flaggenmast, für ein weiteres Jahr mit neuen Gebetsfahnen (Lungtas) geschmückt und gemeinsam wieder kerzengerade aufgerichtet.
Pilger bringen weiße Kathags (Begrüssungschals) an, werfen sich davor nieder, werfen Tsampa (Gerstenmehl) in die Luft.
Mönche zelebrieren ihre Rituale mit Opferfeuern, segnen die Pilger und rezitieren Mantras (Gebetsformeln).

Leider wurde dieser tibetische Brauch beim Kailash (wie leider vieles andere auch) von den chinesischen Behörden in den letzten Jahren durch diverse behördliche Schikanen sehr stark eingeschränkt, sodaß es dem sogenannten einfachen tibetischen Volk kaum mehr möglich ist, daran teilzunehmen:

  • eine behördliche Verfügung betrifft z.B., daß in dieser Gegend um den Kailash LKWs keine Tibeter mehr auf der Ladefläche mitnehmen dürfen. Jetzt können die meist armen Tibeter diese in Asien übliche und billige Fahrgelegenheit nicht mehr nützen.

  • Wer heute in die Gegend um den Kailash gelangen will, muss fünf innertibetische Passkontrollen passieren.

  • im Tibetischen Kloster Drepung ist die Saga Dawa Praxis seit 2008 verboten. [Details]

Mit unzähligen bürokratischen Hürden und der "politischen patriotischen Umerziehung" treibt die Volksrepublik China ihre "Bemühungen um die völlige Säkularisierung von Tibet" voran, mit dem Ziel, das spirituelle Leben in Tibet auszulöschen. Beispiele für die brutalen Begleiterscheinungen der damit verbundenen politischen Umerziehungsmaßnahmen in den Klöstern Tibets finden hier: [ Bericht 1, Bericht 2, Bericht 3, Bericht 4 ].
Der Fortbestand der Tibetischen (Lebens-)Kultur wird - von den politischen Rahmenbedingungen her - nur mehr in den angrenzenden Himalaja-Staaten (Indien, Nepal und Bhutan) möglich sein.

Wie [dieser Bericht] und [diese Dokumentar-Filme] zeigen, werden heute in den Klöstern Tibets die tibetischen Mönche nur mehr als lebendige Kulisse für den Massentourismus geduldet.

Die Errichtung des Tarboche, nachdem er mit
neuen Lungtas und Kathags geschmückt worden ist.

Die Tibetergemeinschaft österreich, die Tibetfreunde/innen und die österreichische Buddhistische Relgiongemeinschaft begehen Saga Dawa mit mehreren (Gebets-)Zeremonien [Details hier].
 

6. Juli

Geburtstag von S.H. dem 14. Dalai Lama

 


Der jetzige, S.H. der 14. Dalai Lama, mit bürgerlichem Namen Tenzin Gyatso, ist das gegenwärtige geistige und religiöse Oberhaupt der Tibeter/innen. Er wurde am 6.Juli 1935 in Taktser, der ost-tibetischen Provinz Amdo geboren.

1959 mußte er aus seiner Heimat Tibet fliehen und lebt seither in der nordindischen Stadt Dharamsala im Exil.
1989 wurde er für seine Bemühungen um eine ge¬waltlose Lösung der Tibetfrage mit dem Friedens¬nobelpreis ausgezeichnet.
Im Frühjahr 2011 ist der Dalai Lama von seinen politischen Ämtern zurückgetreten und hat sie an eine von 100.000 im Exil lebenden Tibeter/innen demokratisch gewählte Führung übergeben:
Das offizielle Wahlergebnis und die Zusammensetzung des Tibetischen Exilparlaments sehen sie [hier]
Anmerkung: der Kalon Tripa (entspricht in etwa dem Amt des Premierministers) übernimmt ab jetzt offiziell die politischen Agenden von S.H. dem Dalai Lama.
 

Aus Anlaß dieses Geburtstages versammeln sich weltweit die Tibeter/innen und Sympatisanten/innen meist im privaten Rahmen, um für ein langes Leben von S.H. dem Dalai Lama zu beten, um im Rahmen einer Tsog Puja dem Buddha Opfergaben darzubringen und um danach selbst ausgiebig zu feiern. Fotos vom Picknic in Knappenberg, Kärnten [hier]
Leider hat der österreichische Fernsehsender ORF 2010 einen für diesen Tag geplanten Fernseh-Beitrag über S.H. Dalai Lama kurz vor Sendebeginn wieder abgesetzt [Details].
Zum Geburtstag 2011 sind beim ORF [hier] und bei 3SAT [hier] jeweils ein Spielfilm geplant.
Sowohl der 14. Dalai Lama als auch Heinrich Harrer (er schrieb u.a. "Sieben Jahre in Tibet") haben am 6.Juli Geburtstag.

Leider können die Menschen in Tibet diesen Tag nicht in der gleichen Weise begehen, weil um diese Zeit das öffentliche Leben in Tibet durch massive Polizei- und Armeepräsenz und sonstige Einschüchterungsversuche traditionellerweise zum Erliegen kommt. Sogar die bloße Erwähnung seines Namens wird in Tibet von den Behörden der Volksrepublik China strafrechtlich verfolgt. [Beispiel]

[Foto-Gallerie]
 

29. August 2011

Shoton Fest

 

Das Shoton-Fest beginnt am 30. Tag des sechsten Monats nach dem tibetischen Kalender (etwa in der letzten Dekade vom August) und dauert in der Regel fünf Tage.

Nach den Fastenregeln der Gelug-Tradition (der auch S.H. der Dalai Lama angehört) musste man sich vom vierten bis zum sechsten Monat des tibetischen Kalenders davor hüten, auf ein Lebewesen zu trampeln oder es gar zu töten. Die Mönche bleiben in dieser Zeit im Kloster, wo sie Sutras rezitieren und meditative Übungen machen. Die Fastenzeit dauert bis zum Ende des sechsten Monats, erst dann dürfen die Mönche das Kloster wieder verlassen.
Um sich den Mönchen gegenüber erkenntlich zu zeigen, bereiten die Einwohner für die frommen Männer Joghurt-Speisen zu. Am 30. Tag des sechsten Monats nach dem tibetischen Kalender strömten die Menschen ins Kloster, um den Mönchen Joghurt-Speisen zu überreichen und sie zu bitten, ihre Köpfe zu berühren. Auch Theater- und Tanzgruppen kamen ins Kloster, um dort ihre Künste vorzuführen. Im Lauf der Zeit ist das Shoton-Fest zu einem großen Volksfest geworden.

Das Shoton-Fest beginnt mit der Ausstellung des Buddhabildes. Mehr als hundert Mönche tragen behutsam ein riesiges, aus Seide gewobenes Thangka mit dem Bildnis Buddhas aus der Großen Halle und schreiten damit auf die westliche Seite des Klosters schreiten. Während das riesige Tangka langsam von oben nach unten ausgerollt wird, steigen dicke Weihrauchschwaden empor. Dazu erschallen die großen Trompeten und man hört, wie überall Sutras laut rezitiert werden. Die Zuschauer gehen zum großen Tangka und überreichen die Kathags (Begrüssungsschals). Nach einer Weile wird das große Tangka wieder eingerollt und in die Halle zurückgetragen. Nach der Ausstellung des Thangkas gehen die Pilger auf den Hof vor der großen Halle, um sich dort die Opern- und Theateraufführung anzuschauen. Am Nachmittag findet die Hauptveranstaltung im Norbulingka (ehemaliger Sommerpalast von S.H. dem Dalai Lama) statt. In der folgenden Woche stehen Opern- und Theateraufführungen im Mittelpunkt der Feier. Während des Shoton-Festes treffen sich die Tibeter mit ihren Verwandten und Freunden im Norbulingka oder in anderen Parkanlagen in Lhasa und machen gemeinsam Piknik. Dann sieht man überall bunte Zelte.